Hautpilz bei Meerschweinchen

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Hautpilzbefall ist eine der häufigeren Krankheiten beim Meerschweinchen und sehr langwierig. Bei Verdacht auf Hautpilz sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden.

Hautpilz bei Meerschweinchen

Hautpilz: Haarlose Stelle auf dem Kopf

Symptome und Auffälligkeiten

Leidet ein Meerschweinchen unter Hautpilz, sind Kratzen und Haarausfall zu beobachten. Achtung: Dies sind auch Sympthome bei Milbenbefall! Der Haarausfall ist häufig, aber nicht immer, kreisrund. Durch den Juckreiz kratzt sich das Tier sehr häufig. Daher kann es auch zu blutigen, verkrusteten Stellen kommen. Auch Schuppenbildung geht mit dem Pilz häufig einher.

Bei Pilzbefall gilt es das Tier gut zu beobachten. Der Pilzbefall ist häufig eine Nebenerscheinung anderer Krankheiten, die das Immunsystem des Meerschweinchens bereits angegriffen haben. Bei unserem verstorbenen Meerschweinchen ging der Pilzbefall mit der Infektionskrankheit Leukose, die das Immunsystem schwächt, einher.

Krankheitsverlauf bei Hautpilz

Viele Meerschweinchen sind Träger von Hautpilz, müssen aber nicht daran erkranken. Die Krankheit bricht erst bei einem geschwächten Abwehrsystem aus. Andere Krankheiten, die Gabe von Antibiotika oder Kortison, ein schlechtes Klima (z.B. feucht-warm) oder falsche Haltungsbedingungen, wie zum Beispiel Einzelhaltung, ein zu kleiner Stall, Stress oder fälschliches Baden, führt zu einer Schwächung der Meerschweinchen und können so Hautpilze begünstigen.

Wird ein Pilz nicht behandelt, werden großflächige Bereiche der Haut betroffen sein. Das ständige Aufkratzen der betroffenen Stellen kann Infektionen begünstigen. Da das Immunsystem des Meerschweinchens augenscheinlich geschwächt ist, müssen Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems getroffen werden. Eine Pilzerkrankung sollte daher unbedingt tierärztlich betreut werden.

Tierarztrechnung bei Haarausfall bei Meerschweinchen

Diagnose: Haarlose Stelle zwischen den Schulterblättern

Behandlung und Heilung

Der Tierarzt wird bei einem Verdacht auf Pilzbefall zunächst etwas Haut abschaben und eine Haarprobe nehmen. Damit wird eine Kultur angelegt um zu bestimmen um welchen Hautpilz es sich handelt. Manche, aber nicht alle, Hautpilze lassen sich auch mittels einer UV-Lampe bestimmen, da sie fluoreszierend sind und somit unter der Lampe aufleuchten.

Je nach der Art des Pilzes und der Stärke des Befalls gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Bei schwachem Pilzbefall können noch einfache Hausmittel helfen. Die betroffenen Stellen werden dann zum Beispiel mehrmals täglich (ca. 2-4 Mal) mit Kokosöl, Apfelessig, Heilerde oder kolloidaler Silbersalbe abgetupft.

Bei stärkerem Pilzbefall können Medikamente wie Imaverol® (wird verdünnt und anschließend auf die Haut aufgesprüht), Lamicil Once (wird auf die Haut aufgetragen) oder Itrafungol (wird oral eingenommen) helfen. Auch muss der Hautpilz längerfristig über die Heilung hinaus behandelt werden, damit er dauerhaft bekämpft werden kann.

Was tun um Hautpilz bei Meerschweinchen vorzubeugen?

Hautpilz bei Meerschweinchen kann durch gute Haltungsbedingungen vorgebeugt werden. Werden Tiere aus schlechten Haltungsbedingungen gerettet, leiden diese fast immer unter Pilzbefall. Ein Partnertier, ausreichend Platz, eine gute Hygiene sowie gesundes Futter sind die Basis für gesunde, pilzfreie Meerschweinchen.

Hautpilze sind ansteckend!

Hautpilze können sowohl auf andere Tiere sowie auf den Menschen übertragen werden. Hygiene ist somit bei der Behandlung eines erkrankten Meerschweinchens sehr wichtig. Handschuhe, gründliches waschen und desinfizieren der Hände können eine Übertragung der Pilze verhindern.


Beachte: Unsere Krankheitserklärungen ersetzen keinen Tierarzt und dienen ausschließlich der Information. Für eine korrekte Diagnose daher bitte immer eine Tierarztpraxis aufsuchen.